Impuls vom Freitag, 23. Oktober 2026
SPUREN HINTERLASSEN Was bleibt von einem Leben?
Severin von Köln – ein Mann, der Wurzeln legte.
Severin war im 4. Jahrhundert Bischof von Köln – einer Stadt, die damals noch römisch geprägt war. Er gilt als einer der frühen Weichensteller des Christentums im Rheinland. Nach seinem Tod wurde er im heutigen Stadtteil Severinskirchviertel begraben, das seinen Namen bis heute trägt. Eine ganze Stadtgegend erinnert an einen Menschen, der vor über 1600 Jahren gelebt hat.
Nicht jeder hinterlässt einen Stadtteil. Aber jeder Mensch hinterlässt irgendetwas – einen Eindruck, eine Geste, ein Wort, das bleibt. Die Frage ist nicht, ob du Spuren hinterlässt, sondern welche. Was sollen Menschen über dich denken, wenn du nicht im Raum bist? Das ist keine dramatische Frage – das ist eine ziemlich ehrliche.
Ein Satz aus dem Buch der Sprichwörter trifft das ganz direkt:
Ein guter Name ist erstrebenswerter als großer Reichtum, Ansehen ist besser als Silber und Gold.
Sprichwörter 22,1 · Luther 1912
Severin hatte keinen Reichtum, der ihn unsterblich machte – sondern eine Haltung. Das ist die Art von Spur, die wirklich zählt.
Nimm dir heute einen Moment und frag dich: Was war die letzte Sache, die ich getan habe, auf die ich wirklich stolz bin – ohne dass jemand zugeschaut hat?