Impuls vom Donnerstag, 22. Oktober 2026
MUT ZUR WAHRHEIT Der Tag der heiligen Cordula
Manchmal kommt der Mut erst einen Tag später.
Am 22. Oktober erinnert die katholische Kirche an die heilige Cordula. Sie soll eine der Gefährtinnen der heiligen Ursula gewesen sein – laut Legende eine von Tausenden junger Frauen, die im 4. oder 5. Jahrhundert in Köln getötet wurden. Cordula versteckte sich zunächst aus Angst, stellte sich aber am nächsten Morgen den Angreifern und starb für das, woran sie glaubte. Ob die Geschichte historisch genau so stimmt, ist offen – aber das, wofür sie steht, bleibt klar: Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, auch wenn es zu spät erscheint.
Cordula steht nicht für perfekten Heldenmut – sie hatte zuerst Angst und ist geflohen. Was sie auszeichnet, ist der Moment danach: Sie ist zurückgekehrt. Das kennen viele – der Moment, in dem man merkt, dass man etwas nicht gesagt, nicht getan, nicht gewagt hat. Die Frage ist nicht, ob du je gezögert hast. Die Frage ist: Was machst du jetzt damit?
Ein Satz aus dem ersten Johannesbrief trifft das genau:
Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.
1 Johannes 3,18 · Luther 1912
Wahrheit zeigt sich nicht in dem, was man sagt – sondern in dem, was man tut, wenn es zählt. Cordula hat das begriffen. Spät, aber nicht zu spät.
Gibt es etwas, das du zuletzt aus Angst oder Bequemlichkeit nicht getan hast? Überleg heute kurz, ob du es nachholen kannst – nicht aus Pflicht, sondern weil es sich richtig anfühlt.