Impuls vom Donnerstag, 22. Oktober 2026
WORTE BRAUCHEN ZEIT Heute ist Welttag des Stotterns
Manche Stimmen klingen anders – und das ist okay.
Seit 1998 erinnert der Welttag des Stotterns jedes Jahr am 22. Oktober daran, dass Millionen Menschen weltweit stottern – darunter rund 800.000 in Deutschland. Stottern ist keine Nervosität, keine Schwäche und kein Zeichen von geringer Intelligenz. Es ist eine neurologisch bedingte Redeflussstörung, die oft schon im Kindesalter beginnt. Bekannte Persönlichkeiten wie der Schauspieler Bruce Willis oder der Musiker Ed Sheeran haben offen darüber gesprochen.
Wie oft wartet man ungeduldig, wenn jemand länger braucht, um einen Satz zu beenden? Diese Reaktion passiert schnell – und macht enormen Druck auf Menschen, die ohnehin schon mit sich kämpfen. Zuhören ohne zu hetzen ist eine echte Fähigkeit. Wer jemandem den Raum lässt, seinen Gedanken fertig auszusprechen, zeigt mehr Respekt als tausend nette Worte.
Ein Satz aus dem Buch Exodus trifft das heute erstaunlich genau:
Der Herr sprach zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund gegeben? Wer macht stumm oder taub, sehend oder blind? Bin ich es nicht, der Herr?
Exodus 4,11 · Luther 1912
Jede Stimme hat ihren Wert – egal wie sie klingt und wie lange sie braucht. Der Welttag des Stotterns lädt dazu ein, das wirklich zu glauben.
Heute bewusst zuhören: Wenn jemand stockt oder länger braucht – nicht weitersprechen, nicht den Satz vervollständigen. Einfach da sein.