Impuls vom Mittwoch, 21. Oktober 2026
MUT HAT VIELE GESICHTER Ursula von Köln – eine Frauenfigur, die nicht verstummt
Manche Geschichten überdauern Jahrhunderte – warum eigentlich?
Am 21. Oktober erinnert die Kirche an Ursula von Köln – eine Heilige, deren Geschichte vor allem eine Legende ist. Überliefert wird: Eine junge Frau zieht mit Gefährtinnen auf Pilgerfahrt und stirbt für das, woran sie glaubt. Historisch belegt ist wenig, aber die Figur hat seit dem Mittelalter Generationen fasziniert. In Köln erinnert die Basilika Sankt Ursula noch heute an sie. Was bleibt, ist das Bild einer Frau, die sich nicht beugt.
Legendenfiguren sagen oft mehr über die Menschen aus, die sie verehren, als über die Person selbst. Was brauchen Menschen, damit sie eine Geschichte jahrhundertelang weitererzählen? Vielleicht das: das Bild von jemandem, der standhaft bleibt, auch wenn es teuer wird. Du musst das nicht religiös deuten – aber die Frage ist trotzdem real: Wofür würdest du eintreten, wenn es unbequem wird? Nicht dramatisch, sondern ganz konkret im Alltag.
Ein Satz, der zu dieser Haltung passt, steht im ersten Brief des Petrus:
Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.
1 Petrus 3,15 · Luther 1912
Das ist kein Aufruf zur Konfrontation – sondern zur Klarheit über das, was dir wirklich wichtig ist. Wer das weiß, muss sich nicht verbiegen.
Zwei Personen, die nebeneinander sitzen, geben sich einen Highfive – so langsam wie absolut möglich. Beide Hände bewegen sich in Zeitlupe aufeinander zu. Wer lacht oder die Geschwindigkeit erhöht, fängt neu an. Ursula steht für Haltung unter Druck – manchmal braucht es genauso viel innere Ruhe, einen einzigen Highfive zu Ende zu bringen.