Impuls vom Donnerstag, 10. September 2026
LICHT AUS, KOPF AN Die Earth Night und was Dunkelheit wirklich bedeutet
Heute Nacht geht das Licht aus – absichtlich.
Morgen Nacht, am 11. September 2026, machen Tausende Menschen in Deutschland und Österreich um 22 Uhr das Licht aus – freiwillig, für eine ganze Nacht. Die Aktion heißt Earth Night und das Ziel ist simpel: weniger Kunstlicht, mehr echte Nacht. Klingt erstmal nach Folklore. Aber Lichtverschmutzung ist ein echtes Problem – Tiere verlieren ihre Orientierung, Pflanzen geraten aus dem Rhythmus, und die meisten Menschen in Deutschland haben noch nie einen wirklich dunklen Sternenhimmel gesehen. Eine Nacht im Jahr ist nicht viel. Aber sie macht sichtbar, was sonst dauerhaft überstrahlt wird.
Wir sind so gewohnt, alles zu beleuchten, dass wir vergessen haben, wie Dunkelheit sich anfühlt. Nicht als Bedrohung – sondern als Pause. Als Raum, in dem man nicht funktionieren oder sichtbar sein muss. Vielleicht ist das der eigentliche Gedanke hinter dieser Nacht: Nicht jede Lücke muss sofort aufgehellt werden. Weder draußen noch in dir.
Ein Satz aus dem Psalm trifft das heute unerwartet genau:
Auch die Finsternis ist für dich nicht finster, die Nacht leuchtet wie der Tag, die Finsternis ist wie das Licht.
Psalm 139,12 · Luther 1912
Dunkelheit bedeutet nicht Abwesenheit. Manchmal ist sie genau der Raum, in dem etwas klarer wird.
Alle stehen auf. Kurzer Augenkontakt – Schere, Stein, Papier, ein Zug. Wer verliert, setzt sich sofort. Wer gewinnt, sucht den nächsten Gegner. Kein Erklären, kein Kommentieren – einfach spielen, bis einer übrig ist. Und genau wie heute Nacht das Licht nach und nach ausgeht, wird es auch hier nach und nach stiller – bis einer als letztes steht.