Impuls vom Sonntag, 26. Juli 2026
EINE SPRACHE FÜR ALLE Heute ist Esperanto-Tag
Was passiert, wenn einer einfach anfängt?
Am 26. Juli 1887 veröffentlichte ein Augenarzt aus Warschau ein schmales Buch mit einer Sprache, die er selbst erfunden hatte: Esperanto. Ludwik Lejzer Zamenhof lebte in einer Stadt, in der Polen, Russen, Deutsche und Juden kaum miteinander redeten – weil sie sich sprachlich nicht verstanden. Seine Idee: eine neutrale Sprache, die niemandem gehört und deshalb allen gehören kann. Heute sprechen sie weltweit schätzungsweise zwei Millionen Menschen.
Zamenhof hatte keine Macht, kein Geld, keine Institution im Rücken. Er hatte nur eine Überzeugung und einen Plan. Das erinnert daran, dass echte Veränderung oft nicht von oben kommt, sondern von einer Person, die ein Problem ernst nimmt und handelt. Sprache trennt Menschen – das erleben viele heute noch täglich. Die Frage ist: Was tust du, wenn du eine Mauer siehst, die eigentlich keiner braucht?
Ein Satz aus der Apostelgeschichte passt da überraschend gut:
Gott hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne.
Apg 17,26 · Luther 1912
Was uns trennt, ist oft gemacht – nicht gegeben. Und was gemacht wurde, kann auch verändert werden.
Such heute das Wort 'Hallo' in einer Sprache heraus, die du noch nie gesprochen hast – und sag es laut.