Impuls vom Freitag, 24. Juli 2026
GLEICHHEIT BRAUCHT ANFÄNGE Vor 158 Jahren begann etwas Wichtiges
Eine Frau gründete, was damals kaum jemand wagte.
Am 24. Juli 1868 gründete Marie Goegg-Pouchoulin in Genf die Association internationale des femmes – die erste internationale Organisation, die sich gezielt für die Gleichstellung von Frauen einsetzte. Ihr Ziel war klar formuliert: gleiche Rechte in Gesellschaft, Wirtschaft, Recht und Politik. Das war zu einer Zeit, in der Frauen in den meisten Ländern weder wählen noch Verträge abschließen durften. Was heute selbstverständlich klingt, war damals ein echter Tabubruch.
Vieles, was heute als normal gilt, war einmal ein Kampf – und dieser Kampf hatte konkrete Namen und Gesichter. Marie Goegg-Pouchoulin ist so ein Name, den die meisten nicht kennen, obwohl sie etwas Bleibendes angestoßen hat. Gleichstellung ist kein Zustand, der irgendwann fertig ist – sie passiert oder passiert nicht in alltäglichen Momenten, Entscheidungen und Strukturen. Es lohnt sich zu fragen, welche Selbstverständlichkeiten in deinem Umfeld eigentlich erkämpft wurden.
Ein Satz aus dem Galaterbrief trifft das Grundprinzip dahinter erstaunlich direkt:
Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.
Galater 3,28 · Luther 1912
Dieser Vers war in seiner Zeit genauso provokant wie die Gründung der AIF 1800 Jahre später. Die Idee, dass Menschen unabhängig von Herkunft oder Geschlecht gleichwertig sind, hat immer Mut gebraucht – und braucht ihn noch.
Schau heute kurz nach: Wer ist Marie Goegg-Pouchoulin? Zwei Minuten reichen, um einen Namen aus der Vergessenheit zu holen.