Impuls vom Mittwoch, 22. Juli 2026
GESEHEN UND GEHÖRT Maria Magdalena – eine Frau, die nicht weggeschaut hat
Manchmal braucht es Mut, einfach da zu bleiben.
Maria Magdalena ist eine der bekanntesten Frauen im Neuen Testament – und gleichzeitig eine der am meisten missverstandenen. Sie war dabei, als Jesus gekreuzigt wurde, und sie war eine der Ersten, die das leere Grab sahen. Jahrhundertelang wurde sie von Kirchen falsch dargestellt, mit anderen Frauenfiguren vermischt, auf eine Rolle reduziert. Was die Texte tatsächlich zeigen: eine Frau, die nicht wegläuft, wenn es schwer wird.
Es gibt Momente, in denen alle anderen verschwinden – und nur wenige wirklich bleiben. Maria Magdalena blieb. Das ist keine kleine Sache. Für dich heißt das heute vielleicht: Wer bleibt in deinem Leben, wenn es zählt? Und bist du selbst jemand, der bleibt – auch wenn es unbequem ist?
Ein Satz aus dem Johannesevangelium beschreibt diesen Moment direkt:
Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte.
Johannes 20,11 · Luther 1912
Sie lief nicht weg. Sie stand da – mit allem, was sie fühlte. Das ist manchmal mehr als genug.
Denk heute an eine Person in deinem Umfeld, die gerade einen schweren Moment erlebt. Schreib ihr kurz – nicht groß, nicht perfekt. Einfach: Ich denke an dich.