Impuls vom Samstag, 6. Juni 2026
WENIGER IST MEHR Claudius von Besançon und die Kraft des Weglassens
Manchmal liegt Stärke im bewussten Verzicht.
Heute erinnern Christen an Claudius von Besançon, einen Erzbischof aus dem 7. Jahrhundert, der im Jahr 696 starb. Er hätte als hoher Kirchenfürst ein bequemes Leben führen können – stattdessen wählte er Einfachheit und Strenge gegenüber sich selbst. Claudius erneuerte das klösterliche Leben in seiner Region und zog Menschen an, die ernsthaft nach Orientierung suchten. Er gilt als jemand, der nicht nur redete, sondern lebte, wofür er stand.
Das klingt vielleicht weit weg – Mönche, Mittelalter, Askese. Aber der Kern ist erstaunlich aktuell: Was wäre, wenn du bewusst auf etwas verzichtest, das dir eigentlich zusteht, weil du merkst, dass es dir nicht guttut? Nicht aus Pflicht, sondern weil du selbst entscheidest, was dir wirklich wichtig ist. Das ist keine Selbstbestrafung – das ist Selbstbestimmung. Claudius hat gezeigt, dass Klarheit über die eigenen Werte mehr Kraft gibt als jeder äußere Status.
Ein Gedanke aus dem Philipperbrief trifft das ziemlich gut:
Ich habe gelernt, in jeder Lage zufrieden zu sein.
Philipper 4,11 · Luther 1912
Zufriedenheit ist keine Schwäche und kein Zufallsprodukt – sie ist etwas, das man üben kann. Claudius hat das ein Leben lang getan.
Nimm dir heute eine Minute und frag dich: Auf was könnte ich heute bewusst verzichten – und was würde das für mein Gefühl ändern?