Impuls vom Freitag, 5. Juni 2026
WEIT WEG, TROTZDEM DA Bonifatius – der Mann, der alles hinter sich ließ
Manche Menschen gehen dorthin, wo es wirklich schwer wird.
Winfrid war Angelsachse, also Brite – und trotzdem zog er nach Germanien, in eine fremde Kultur, eine fremde Sprache, eine fremde Welt. Heute erinnern wir an ihn unter seinem Ordensnamen: Bonifatius. Er baute Kirchen, gründete Klöster und brachte das Christentum in Gebiete, die damals für viele am Ende der bekannten Welt lagen. Mit über 70 Jahren reiste er noch einmal nach Friesland – und wurde dort erschlagen. Er wusste, dass es gefährlich war. Er ging trotzdem.
Was treibt jemanden dazu, alles stehen und liegen zu lassen für etwas, das größer ist als das eigene Leben? Das muss keine religiöse Frage sein. Bonifatius hatte eine Überzeugung – und er hat ihr nicht nur zugestimmt, sondern danach gehandelt. Für dich ist das heute vielleicht eine andere Frage: Wofür würdest du wirklich einstehen, auch wenn es unbequem wird? Nicht jeder muss nach Friesland reisen – aber der Moment, in dem man etwas wirklich ernst nimmt, verändert einen.
Ein Satz hat Bonifatius wohl begleitet – und er trifft auch heute noch:
Seid stark und unverzagt! Habt keine Angst und erschreckt nicht vor ihnen, denn der Herr, dein Gott, geht mit dir; er lässt dich nicht fallen und verlässt dich nicht.
Deuteronomium 31,6 · Luther 1912
Ob man glaubt oder nicht – die Idee dahinter bleibt stark: Wer weiß, warum er etwas tut, kann auch dann weitermachen, wenn es schwierig wird.
Alle schließen die Augen. 30 Sekunden absolute Stille. Jeder denkt an eine einzige Sache, für die er heute dankbar ist – etwas Konkretes, kein Konzept. Wer möchte, sagt danach ein Wort laut. Nur ein Wort, kein Satz. Bonifatius hat sein Leben auf das ausgerichtet, was ihm wirklich wichtig war – diese Sekunde ist eine Einladung, kurz zu spüren, was dir wichtig ist.